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Sport

"Was sind öffentliche, was private Aufgaben rund um den Sport?" - Bekenntnis der CVP zum Breitensport (11.10.14)

Im Vorfeld der Stadtratsdebatte zur Übernahme des Lachenstadions und der Kunsteisbahn durch die Stadt Thun hat die CVP am 11. Oktober 2014 zur Diskussion mit dem Thema „Was sind öffentliche, was private Aufgaben rund um den Sport?“ eingeladen. Moderator Thomas Jauch entlockte den beiden Exponenten Konrad Hädener und Reto Nause (Gemeinderat/Sicherheitsdirektor Stadt Bern, CVP) in drei Themenblöcken ihre Sichtweise. Dank weiterer Mitglieder des Stadtrats und verschiedener Sportvereine unter den Gästen entstand eine lebhafte und facettenreiche Diskussion.

In einer ersten Fragerunde stand die Übernahme der Kunsteisbahn und des Lachenstadions sowie der Curlinghalle durch die Stadt Thun im Zentrum. Konrad Hädener erläuterte dabei, dass im Falle der Eisbahn sowieso Veränderungen beim Personal und der Infrastruktur anstehen würden und sich der Zeitpunkt für die Übernahme durch die Stadt deshalb eigne. Da es sich bei der Kunsteisbahn grösstenteils um ein Angebot für den Breitensport handelt, unterstützt die Stadt Thun bereits heute den Betrieb mit Geld und Personalleistungen. Somit würden sich die zusätzlichen Kosten bei einer Übernahme durch die Stadt in Grenzen halten. Laut Reto Nause wird auch in der Stadt Bern zwischen Spitzen- und Breitensport unterschieden. Eisfelder für das breite Publikum werden von der öffentlichen Hand finanziert, während die Sportstätten für den Profisport privat finanziert werden.

In Thun wird das moderne Fussballstadion, die Stockhorn-Arena, ebenfalls privat betrieben. Im Gegensatz zu Bern kämpfen die Betreiber in Thun aber mit finanziellen Problemen. Deshalb äusserte FC Thun-Präsident Markus Lüthi in den Medien den Wunsch, dass die Stadt abklären solle, ob sie das Stadion bzw. die Genossenschaft Arena Thun AG mehrheitlich übernehmen könnte. In der Diskussion mit den Gästen wurde schnell klar, dass der FC Thun mehr ist als nur ein Fussballclub, nämlich ein Aushängeschild und damit ein Marketingträger für die Stadt Thun. Trotzdem stehen sowohl Nause als auch Hädener einer finanziellen Unterstützung durch die öffentliche Hand kritisch gegenüber: Nause warnte vor einem Präzedenzfall, der auch bei anderen Vereinen Begehren hervorrufen könnte, Hädener erinnerte insbesondere daran, dass sich die Thuner Stimmberechtigten 2006 in der Abstimmung über Thun Süd explizit gegen ein finanzielles Engagement der Stadt ausgesprochen hatten. Stadtrat Hädener und Stimmen aus dem Publikum können sich jedoch vorstellen, dass die Stadt dem Fussballclub entgegenkommen kann. Dazu muss der FC Thun aber das direkte Gespräch mit dem Gemeinderat suchen.

Neben dem bevorstehenden Stadtratsgeschäft und der Debatte um die Zukunft der Stockhorn-Arena, ist die Hallenbad-Frage ein weiteres brennendes Thema in Thun. Als Einstieg zeigte Reto Nause am Beispiel der Stadt Bern auf, dass vom Wunsch bis zur Realisierung eines Hallenbades mehrere Jahre vergehen und dass ein solches Projekt auch teuer ist. Nicht nur als Stadtrat, sondern auch als Präsident von „Sport Thun“ erinnerte Konrad Hädener daran, dass ein Postulat betreffend den Bau eines Hallenbads beim Gemeinderat hängig sei. Allerdings vermisst Hädener vom Gemeinderat das nötige Engagement und fordert deshalb die Aufnahme von Gesprächen der Thuner Stadtregierung mit den verschiedenen regionalen Partnern.

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